Infos

Hanf-Zigis werden immer beliebter. Das enthaltene CBD entspannt und soll gar Schmerzen lindern. Wer dagegen auf ein «Amsterdam-Feeling» hofft, wird enttäuscht. Die zehn wichtigsten Fragen zu «Cannabis Light».

 

 

Was ist CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. CBD ist ein chemischer Wirkstoff, der in Hanfpflanzen (Cannabis) vorkommt. Weiterer Bestandteil von Cannabis: THC (Tetrahydrocannabinol). CBD und THC unterscheiden sich weder im Aussehen noch im Geruch. Was sich jedoch unterscheidet, ist die Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Während CBD beruhigt, ist THC ein Rauschmittel. In der Schweiz ist Cannabis mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent legal und wird als sogenannter CBD-Hanf gehandelt.

 

  •  Wird man von CBD high?

Nein. Reines CBD beeinflusst weder die Wahrnehmung noch die Auffassungsgabe. Es soll eine entspannende Wirkung haben. CBD verursacht keinen Rauschzustand, im Gegenteil: Es hilft, die Wirkung von THC zu dämpfen. Oder anders: Je mehr CBD ein Gras enthält, desto mehr müssen Kiffer für den gleichen Rausch zahlen. Dies ist der Grund dafür, dass das CBD-Gras in der Szene auch «Hippie’s Disappointment» (Hippie-Enttäuschung) genannt wird.

 

Warum sollte jemand CBD verwenden?

CBD soll beruhigen und entspannen. Seine medizinische Wirkung ist derzeit zwar nicht vollends gesichert. Wissenschaftler vermuten aber, dass das legale Gras gegen verschiedene Krankheiten einsetzbar ist. So soll der Konsum von CBD gegen Krämpfe, Schmerzen, Entzündungen, Angststörungen sowie Übelkeit helfen. Ferner werden CBD-Therapien gegen Epilepsie, Schlafstörungen, Psychosen, Depressionen und sogar Krebs diskutiert und erforscht. Zu den Kunden von CBD gehören neben Kranken und Neugierigen auch Kiffer, die vom Rausch wegkommen wollen. Dank des CBDs müssen sie nicht auf den Geschmack verzichten, behalten aber einen klaren Kopf.

 

  • Ist CBD eine Medizin?

Jein, siehe Punkt drei. Aus gesetzlichen Gründen darf man in der Schweiz für CBD keine spezifischen Heilversprechen abgeben. CBD wird im freien Handel lediglich als Tabakersatz- oder Rohstoff verkauft. Als Tabakersatz wird CBD gleich besteuert wie Zigaretten (25 Prozent Tabaksteuer plus Mehrwertsteuer). Wie bei Zigaretten ist die Verpackung mit einem Warnhinweis versehen, welcher die Verantwortung dem Konsumenten überlässt.

 

  • Kriegt man CBD auf Rezept?

Ärzte dürfen CBD nur unter strengen Auflagen als Medikament (z.B. für Epileptiker) verschreiben. Allerdings gibt es in der ganzen Schweiz bisher nur eine Apotheke, die Cannabis als Arzneimittel verkaufen darf. Die Medikamente sind jedoch sehr teuer und werden nur in Ausnahmefällen von der Grund- oder Zusatzversicherung übernommen. Patienten sollten in jedem Fall vor einer Therapie eine Kostengutsprache bei ihrer Krankenversicherung einholen.

 

Ist CBD rsp. CBD-Hanf gefährlich?

Reines CBD hat laut Fachleuten weder psychische noch physische Folgen. Was jedoch den CBD-Hanf betrifft, wird insbesondere jungen Menschen vom häufigen Konsum abgeraten. Auch wenn ein CBD-Joint nur geringe Mengen THC enthält: Ähnlich wie bei Alkohol kann sich früher, regelmässiger Konsum ungünstig auf die geistige Entwicklung auswirken. Ausserdem: Wie alle Tabakwaren können auch CBD-Zigaretten nikotinsüchtig machen sowie Lungen- und Herzkreislaufkrankheiten hervorrufen. Da CBD die Schutzfunktion der Plazenta beeinträchtigen kann, sollen Schwangere auf CBD verzichten.

 

  • Was passiert bei einer Polizeikontrolle?

Bisher war für die Unterscheidung von legalem und illegalem Hanf eine aufwändige, teure Laboruntersuchung nötig. Neuerdings kann die Polizei bei Kontrollen einen Schnelltest durchführen. Liegt der THC-Gehalt unter einem Prozent, erhält man das Gras zurück. Liegt der Wert drüber, wird eine Ordnungsbusse von 100 Franken fällig. Dies jedoch – je nach Kanton – erst ab einer mitgeführten Menge von 10 Gramm. Heikel kann es auch für Autofahrer werden, die nach ein paar CBD-Joints am Steuer erwischt werden. Das in CBD-Hanf enthaltene THC kann je nach konsumierter Menge den erlaubten Blut-Grenzwert (1,5 Mikrogramm THC pro Liter Blut) überschreiten und fahruntüchtig machen. Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.

 

  • Wer produziert CBD?

Seitdem die Herstellung von CBD-Hanf im August 2016 in der Schweiz legalisiert wurde, ist die Zahl der Produzenten auf rund 500 hochgeschnellt. In hellen, geheizten Gewächshäusern oder alten Fabrikhallen werden die Pflanzen herangezüchtet. Immer mehr Landwirte arbeiten mit Hanfproduzenten zusammen und erwirtschaften damit grössere Erträge als mit Zuckerrüben oder Weizen. Allerdings zeichnet sich gegenwärtig eine gewisse Marktsättigung ab, die auf den Grammpreis drückt. Einige Schweizer Hersteller liebäugeln bereits mit dem Export von THC-armem Cannabis ins umliegende Ausland.

 

  • Wer verkauft CBD-Produkte und was kosten sie?

Wer mindestens 18 Jahre alt ist, kann CBD-Öle, -Tees, -Pulver, -Pasten oder -Joints in Hanfläden, Onlineshops oder bei privaten Kiosken oder Tankstellen kaufen. Auch Eistees, Energiedrinks, Teigwaren oder Kosmetikprodukte gibt es auf Hanfbasis. Industriell hergestellte Hanfblüten mit 10 bis 20 Prozent CBD-Gehalt (THC unter 1 Prozent), aus denen man z.B. Tinkturen herstellen kann, kosten rund 10 Franken pro Gramm. Am beliebtesten sind Hanfblüten, die mit Tabak vermischt geraucht werden. Grossverteiler wie Coop, Spar und Denner vertreiben seit letztem Jahr Tabak-Hanf-Zigaretten. Bei Coop kostet z.B. ein 20er-Päckchen der Schweizer Marke «Heimat» 19.90 Franken. Die «Light-Joints» enthalten 0,2 Gramm CBD pro Zigarette.

 

  • Mit CBD-Zigaretten in die Ferien?

Besser nicht. In den meisten europäischen Nachbarländern gelten THC-Grenzwerte von 0,3 Prozent. Das kann beim Grenzübertritt zu einer bösen Überraschung führen. Wer z.B. in Österreich mit Hanf-Zigis erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe oder gar eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Besonders streng ist die Gesetzgebung in Frankreich, wo die Produktion von CBD-Hanf verboten ist. Wer dort erwischt wird, muss mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr und einer Busse von mehreren tausend Franken rechnen.

 

(Quelle: www.comparis.ch)